PMI-Mitglieder haben schon Post bekommen, für alle anderen ist er hier erhältlich: Der neue PMI Pulse of the Profession Report ist da. Wieder wird konstatiert, dass Unternehmen mit einer höheren Reife im Projektmanagement bessere und rentablere Projekte haben – eigentlich kein Wunder. Aber anders als in den Vorjahren stellt die Studie in diesem Jahr erstmals seit fünf Jahren wieder eine Verbesserung in der Zielerreichung fest: „Nur noch“ 9,7% der Investitionssummen wurden „verbrannt“, das sind 20% weniger als im Vorjahr!
Konsequenterweise beschreibt der Report diesmal auch weniger die Vorteile, die Unternehmen haben, wenn sie sich aktiv um gutes Projektmanagement kümmern, sondern beziffert den tatsächlichen Nutzen, den ein „Champion“ mit über 80% planmäßig (Zeit, Kosten, Qualität) abgeschlossenen Projekten gegenüber einem „Underperformer“ mit unter 60% Erfolgsquote erzielt. Das gilt vor allem bei strategisch wichtigen Projekten, bei denen das Erreichen der angestrebten Geschäftsziele und die Einsparungen durch bessere Projekt-Performanz nicht nur während des Projekts sondern insbesondere nachher langen und nachhaltigen Effekt aufweist.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und viel Inspiration für Ihr Unternehmen und Geschäft!
Zum Download des Reports klicken Sie bitte auf das PDF-Icon: ![]()












Der PMI Pulse of the Profession 2016 zeigt (wieder einmal) recht deutlich und leicht verständlich, warum Projekterfolg, Geschäftserfolg und gutes Projektmanagement direkt zusammen hängen: Projekte schließen 2 1/2 mal erfolgreicher (und rentabler) ab, wenn bewährte Projektmanagement-Methoden angewandt werden. Dabei stellt er diesmal auch wie zu erwarten explizit auf den neu von PMI eingeführten Talent Triangle ab und betont die Notwendigkeit des Zusammenwirkens von technischem Projektmanagement, Leadership und strategischem Business Management für den Unternehmenserfolg.
Um schnell wirksame Maßnahmen zur Sanierung zu finden braucht es viel Erfahrung in der Projektsanierung: Sicherer Blick für und Erfahrung mit den Haupt-Ursachen und den entsprechenden Maßnahmen.
Genau darin lag die Krux. Das Unternehmen war produktorientiert in einer funktionalen Linienorganisation gewachsen. Dem sich internationalisierenden Markt folgend war vor einigen Jahren eine Matrix mit einer nach Regionen aufgestellten Vertriebsorganisation eingeführt worden. Jetzt war es Zeit, sich kundenorientiert dem projekt-getriebenen Geschäft anzupassen, denn hier verlor man oft und viel von der in der funktionalen Matrix erarbeiteten Rendite. Die Kundenprojekte mussten letztlich rentabler werden, damit das Unternehmen insgesamt rentabel arbeitete.
Begleitet werden muss dies vom Aufbau interner Projektmanagement-Kompetenz und eines eigenen Karrierepfades innerhalb der neuen Dimension. Da Projektmanagement „Managen unter erschwerten Bedingungen“ bedeutet, eignet sich dieser nebenbei auch hervorragend zur Führungskräfte-Entwicklung im Unternehmen. Es werden dabei universelle Management-Skills gefördert wie Stress-Resistenz und Risiko-Sensibilität, Methoden-Knowhow, strukturiertes Vorgehen, soziale Kompetenz und Führungsqualitäten. Somit dürfte die Dritte Dimension für motivierte Mitarbeiter auch attraktiv genug sein, mit unternehmensspezifischem Fachwissen den Schoß der Fachabteilung in Richtung Projektmanagement zu verlassen, und rasch an Akzeptanz im Unternehmen gewinnen.
Typischerweise haben in Deutschland die meisten Unternehmen eine gewachsene, funktionale Organisationsstruktur mit Fach- und Zentralabteilungen. Besonders in unseren traditionell starken Branchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau ist das so, v.a. im Mittelstand, aber auch bei Beratungs- und IT-Unternehmen, Ingenieur- und Entwicklungsbüros usw. Oft finde ich in solchen Betrieben ein ausgeprägtes Eigenleben der Abteilungen und Produktionsstandorte, Silo-Denken und mangelhafte Kommunikation und Zusammenarbeit vor, ganz zu schweigen von der abteilungsübergreifenden Arbeit in Projekten.
Projektmanagement als Kernkompetenz und starke Abteilung. Schluss mit Fachspezialisten, die nebenher die Projekte leiten. Projektmanagement braucht volle Aufmerksamkeit auf Planung, Koordination und Führung – wie Unternehmensmanagement ja auch. Zeit und Zielkonflikte zweier Herzen in der Brust des Projektleiters sind Gift für die Konzentration auf’s Wesentliche. Auch seine „Denke“ muss projekt-getrieben und nicht mehr produkt-verliebt sein. Jeder bringt seine Kernkompetenz ein, der Ingenieur sein Fachwissen und der Projektmanager seine PM-Skills, zum gemeinsamen Gelingen des Ganzen. Vorgehensstandards machen es replizierbar und kalkulierbar.
Fach- und Zentralabteilungen als Dienstleister für die Projekte. Dabei hilft Ihnen der zuvor durchlebte Change in der Projektkultur Ihres Unternehmens. Die Zuarbeit der Ingenieure dient nicht mehr nur dem perfekten Produkt, sondern der vertragsgemäßen Auslieferung des Gewerks. Der Einkauf hat nicht nur die Konditionen sondern auch die Liefertreue (vielleicht auch mal mit zielführenden Zugeständnissen) im Blick. Legal verprobt partnerschaftliche Zusammenarbeit, QM prüft in den Projekten die Produktqualität und treibt die Prozessqualität voran (Continuous Improvement). HR sucht nach Skills statt nach Positionen, schult für kommende Projektbedarfe, kümmert sich um Corporate Identity unter den Mitarbeitern, usw.